Schicksalswege

Die jüdische Gemeinde in Wiener Neustadt

Die jüdische Gemeinde von Wiener Neustadt gehörte schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts neben Krems zu den bedeutendsten in Niederösterreich. Zeugnisse des jüdischen Lebens sind nicht nur schriftliche Quellen, wie Privilegien, Briefe und hebräische Texte, sondern auch Grabsteine des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs. Mit der Ausweisung „auf ewige Zeit“ beendete Maximilian I. 1496 die Niederlassung von Juden in Wiener Neustadt.

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durften sich wieder Juden in der Stadt ansiedeln. Die Kultusgemeinde schuf mit der Errichtung eines neuen jüdischen Friedhofs und dem Bau einer Synagoge die Voraussetzungen für ein funktionierendes Miteinander. In den 1930er Jahren war die jüdische Gemeinde von Wiener Neustadt zu einer der größten in Niederösterreich geworden. Die systematische Erniedrigung und Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten endete auch für Juden aus Wiener Neustadt mit Flucht, Deportation und Ermordung.

Die Ausstellung folgt den Spuren des jüdischen Lebens in Wiener Neustadt vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Damit soll ein längst fälliger Beitrag zur Würdigung von Menschen, die das Bild der Stadt ganzentscheidend geprägt haben, geleistet werden. Impuls gebend für die Beschäftigung mit dem jüdischen Leben in Wiener Neustadt waren die Forschungsarbeiten von Dr. Werner Sulzgruber. Das neueste Buch des Historikers „Das jüdische Wiener Neustadt – Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert“ (erschienen im Mandelbaum-Verlag) wird am Eröffnungsabend erstmals präsentiert. Der Autor führt den Leser zu „ausgewählten Örtlichkeiten in Wiener Neustadt, die uns heute noch an die Präsenz von Juden zu unterschiedlichen Zeiten, ihr Leben und ihr Schicksal zu erinnern vermögen“.

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